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Rundholzpreis dreht, weil weniger Schadholz

Je nach Entfernung von den Schadgebieten in Mitteldeutschland und Tschechien verändert sich das Preisgefüge in Mitteleuropa. Während mitten in den Schadgebieten der Preisdruck weiter anhält, ziehen in Süddeutschland und Südösterreich die Preise teilweise an.

In der Steiermark und in Kärnten konnte im August von den Sägewerken nicht mehr zum selben Preis eingekauft werden wie im Juli. Hier ziehen die Preise an. Für ganz Österreich machte der Holzkurier ein Preisniveau von 64 bis 68,5 €/fm fest. Das sind 50 Cent bis 1 €/fm mehr als noch im Juli.

Markant ist heuer die Entspannung der Schadholzsituation in Österreich. Die feuchte Witterung seit Mitte Mai hat die Käferkalamität deutlich gebremst und auf die tieferen Kerngebiete beschränkt.

In Bayern und Baden-Württemberg kam es im August noch zu keiner erkennbaren Erhöhung des Preisbandes. Dieses liegt in der weiten Spanne von 52 bis 65 €/fm. Hier visierte die Forstwirtschaft für Frischholz 70 €/fm an.

In Tschechien ist das Schadereignis weiter nach Westen gewandert. Der Osten ist ja mittlerweile seit fast zehn Jahren vom niedrigen Sommerniederschlag und in der Folge von fortschreitendem Käferbefall betroffen. Die Preise sollen im 4. Quartal etwas anziehen, um dann über 50 €/fm bei BC-Qualität an der Waldstraße zu liegen.

Die Rundholzqualität in Mitteldeutschland lässt merklich nach, der Anteil an – schwer vermarktbarem – Industrieholz wird immer höher. Hölzer, die bereits 2019 am Stock vertrockneten und heuer geerntet wurden, akzeptieren die Abnehmer teilweise selbst als Industrieholz nicht mehr.

Die Frachtkosten für einen Container nach China liegen wieder unter 1000 US-$. Der enorme Rundholzfluss aus Deutschland per Container nach China verknappt bereits die Möglichkeiten für andere Produkte.


Autor: Gerd Ebner
02.09.2020, 08:17 MEZ

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